Mit Herz und Hand

Nachhaltig zu agieren, liegt in der Natur genossenschaftlicher Organisationsmodelle. Das gilt auch für EDEKA als Verbund von kleinen und mittelständischen Familienbetrieben. Hier zählt nicht die kurzfristige Rendite, sondern die Investition in langfristiges Wachstum – oder anders formuliert: Denken in Generationen, nicht in Quartalen!

Die Förderung und der Erhalt selbstständiger Existenzen ist seit 112 Jahren als Kernauftrag in den EDEKA-Genossenschaftssatzungen festgeschrieben. Das bedeutet auch: Verantwortung für den Erhalt natürlicher Ressourcen und gesellschaftlicher Vielfalt zu übernehmen. Nachhaltigkeit verstanden als Dreiklang aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung ist die gemeinsame Aufgabe aller drei Handelsstufen im EDEKA-Verbund. Auf dieser Basis hat EDEKA fünf übergeordnete Handlungsfelder für sich definiert: Regionalität, Sortiment, Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter. In diesen Bereichen treiben EDEKA und Netto Marken-Discount konkrete Maßnahmen über zahlreiche Projekte zielgerichtet voran. Seit 2009 steht darüber hinaus die Umweltschutzorganisation WWF als strategischer Partner für mehr Nachhaltigkeit und unabhängiger Berater an der Seite des Unternehmensverbunds. In Qualität und Umfang ist diese Kooperation weltweit noch immer einzigartig in der Lebensmittelbranche.

Sustainable Development Goals: Schwerpunkte von EDEKA

Die Vereinten Nationen haben 17 Sustainable Development Goals (SDGs) definiert und EDEKA sieht sich insbesondere acht dieser Ziele verpflichtet, da sie durch das Handeln entlang der Wertschöpfungskette berührt werden. So bezieht sich SDG 12 auf das wirtschaftliche Handeln aller Akteure im Lebensmitteleinzelhandel. Die SDGs 3, 6, 8, 13, 14, 15 und 17 werden insbesondere durch einzelne Projekte und Partnerschaften bedient, wie zum Beispiel die Partnerschaft für mehr Nachhaltigkeit mit dem WWF. Damit kann der EDEKA-Verbund seine Kapazitäten zusätzlich stärken und nachhaltigeren Konsum ganzheitlich fördern.

Die Wurzeln des EDEKA-Verbunds liegen im regionalen Mittelstand. Der überwiegende Teil der selbstständigen EDEKA-Kaufleute ist seit Jahrzehnten tief in ihren jeweiligen Regionen verwurzelt und engagiert sich stark für deren nachhaltige Entwicklung. Das Fundament dafür bilden langjährige Partnerschaften mit mittelständischen Lebensmittelherstellern, Landwirten, Dienstleistern und Handwerksbetrieben bis hinein in die Kommunal- und Landespolitik. Sie stärken das gesamte Wirtschafts- und Gesellschaftsgefüge einer Region.

Globale Lieferketten im Blick

Die acht Kernthemen der Partnerschaft mit dem WWF: Ziel ist es, EDEKA und seine Eigenmarken in diesen Bereichen nachhaltiger zu machen.

Was mit einer Kooperation für nachhaltige Fischerei 2009 begann, ist mittlerweile zu einer weltweit einzigartigen Partnerschaft geworden, die Strahlkraft hat und den gesamten Lebensmittelhandel prägt. Die Zusammenarbeit von EDEKA und der unabhängigen Umweltschutzorganisation WWF hat das Ziel, den ökologischen Fußabdruck von EDEKA Stück für Stück zu reduzieren und die Kunden für nachhaltigen Konsum zu begeistern. Das Jahr 2019 war das Jahr des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft – Anlass, die Verbraucher mit einer umfangreichen Informationskampagne unter dem Motto „10 Jahre, 100 gute Nachrichten“ auf die Erfolge der Partnerschaft hinzuweisen.

Mittlerweile tragen mehr als 300 EDEKA- sowie 280 Netto-Eigenmarkenartikel das Panda-Logo des WWF, das auf deren nachhaltigere Erzeugung aufmerksam macht. Doch das ist nur ein kleines, sichtbares Resultat der gemeinsamen Arbeit.

Der weitaus größte Teil findet unter der Oberfläche statt: Schritt für Schritt werden die gesamten Lebensmittel-Lieferketten der nationalen Eigenmarken – vom Erzeuger bis ins Supermarktregal – ganzheitlich mit Blick auf ökologische Kriterien bearbeitet und optimiert. Diese Grundlagenarbeit erstreckt sich auf acht globale Themenfelder und drei übergreifende Projekte. Jährlich werden die erzielten Ergebnisse transparent in einem Fortschrittsbericht dokumentiert und veröffentlicht.

Besonders im Fokus stand im Jahr 2019 das Themenfeld „Verpackung“: Vermeidung steht an oberster Stelle. Wo sinnvoll, wird Mehrweg und Recyclingmaterialeinsatz gefördert. Gleichzeitig wird die Recyclingfähigkeit der Eigenmarken-Verpackungen ausgebaut. Als Vollsortimenter bietet EDEKA den Verbrauchern bereits heute viele Wahlmöglichkeiten: Lose Ware, Bedientheken, unterschiedliche Gebindegrößen und Sortimentsvielfalt ermöglichen es ihnen, beim Einkauf auf weniger bzw. auf die Art der Verpackung zu achten. Seit fünf Jahren arbeiten die Partner EDEKA, Netto und WWF die Eigenmarkenartikel aller Warengruppen systematisch durch, um jeweils individuelle, fachlich fundierte ökologische Verpackungslösungen zu entwickeln.

Projekte mit Vorbildcharakter

Seit sechs Jahren setzen EDEKA und WWF mit einem Projekt im konventionellen Bananenanbau ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit. Auf mittlerweile 23 Farmen in Ecuador und Kolumbien werden umfangreiche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, zum Klimaschutz, zum verantwortungsvolleren und möglichst reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, oder zum Schutz des Bodens, der Vermeidung von Wasserrisiken und für besseres Abfallmanagement umgesetzt. Auch die Stärkung der Rechte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Verbesserung des Gesundheitsschutzes stehen auf dem Programm.

Schonendes Zeichen setzen

Auch das Zitrusprojekt von EDEKA und WWF im spanischen Andalusien setzt Maßstäbe. Denn es belegt, dass im konventionellen Anbau große Spielräume genutzt werden können, um nachhaltiger zu produzieren. Im Fokus stehen natürliche Schädlingsbekämpfung statt Chemie, mehr Artenvielfalt und ein schonender Umgang mit den Wasserressourcen und Böden vor Ort. Seit dem Start im Jahr 2016 sank die Menge der eingesetzten Insektizide auf den teilnehmenden Farmen um über 90 Prozent. Allein in einem Jahr wurden vor Ort über 800 Millionen Liter Wasser eingespart. 2019 weiteten die beiden Partner den nachhaltigeren Orangenanbau weiter aus: Jede vierte Orange, die bei EDEKA und Netto Marken-Discount bundesweit angeboten wird, stammt inzwischen aus dem wegweisenden Projekt.

Durch mehr Nachhaltigkeit im konventionellen Anbau konnten 800 Mio. Liter Wasser in einem Jahr eingespart werden: Zitrusfrüchte aus dem Projekt von EDEKA und WWF in Andalusien

Artenvielfalt fördern

Mehr als 50 Prozent der Fläche Deutschlands werden landwirtschaftlich genutzt. Die zunehmende Intensivierung des Anbaus bringt die Natur immer mehr aus dem Gleichgewicht. Dabei lassen sich im ökologischen Landbau die Flächen oft so bewirtschaften, dass sie ausreichende Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bieten. Im Rahmen des Projekts „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ leisten EDEKA, WWF und ausgewählte ökologische Anbauverbände wie Biopark, unterstützt vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Ziel ist es, national das Naturschutzmodul zu etablieren. Dieses besteht aus einem Katalog von rund 100 Einzelmaßnahmen, darunter etwa naturbelassene Grünstreifen an den Feldrändern oder die Beachtung der Brutzeiten heimischer Vogelarten. EDEKA garantiert während der Projektphase den Betrieben die Abnahme der Produkte zu Erzeugerpreisen, die den Mehraufwand honorieren.

In bester Gesellschaft

Das gesellschaftliche Engagement ist die vierte Säule im Nachhaltigkeitsverständnis des EDEKA-Verbunds. Auf allen drei Verbundstufen findet gesellschaftliches und soziales Engagement facettenreiche Ausprägungen. Gemeinsam mit ihren Teams engagieren sich die selbstständigen Kaufleute in ihren Städten und Gemeinden und unterstützen im gesamten Bundesgebiet Projekte, Vereine sowie karitative und öffentliche Einrichtungen durch Spenden oder tatkräftige Hilfe.

EDEKA Stiftung überschreitet Millionen-Grenze

Ein Schwerpunkt des Engagements liegt auf der Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen. Hier ist die Hamburger EDEKA Stiftung seit über zehn Jahren mit ihrer Initiative „Aus Liebe zum Nachwuchs“ aktiv: Unter diesem Dach laufen die drei erfolgreichen Bildungsprojekte „Gemüsebeete für Kids“, „Mehr bewegen – besser essen“ und „Fit für mein Leben“. Sie vermitteln Kindergartenkindern und Schülern von Grund- und weiterführenden Schulen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, fördern den bewussten Umgang mit der Umwelt und motivieren dazu, Verantwortung für sich und ihre Gesundheit zu übernehmen.

Sportlich, sportlich!

Ernährung und Bewegung gehören zusammen – beides sind wichtige Faktoren für eine ausgewogene Lebensweise. Auf die Förderung von Breiten- und Leistungssport zielt die Kooperation des EDEKA-Verbunds mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). EDEKA und Netto Marken-Discount sind Partner vom Olympia Team Deutschland und geben gemeinsam mit ihm Impulse für einen ausgewogenen Ernährungs- und Lebensstil. Zwei Highlights im Februar 2020: Zum einen das neue Kochbuch „Koch dich fit“ von Olympia Team Deutschland und EDEKA mit über 70 Rezeptideen sowie Ernährungs- und Fitnesstipps von über 30 Team-D-Sportlern. Zum anderen der fruchtige Haferriegel, der von 30.000 Fans und Kunden im Sommer 2019 zum offiziellen Team-Deutschland-Riegel gewählt wurde. Parallel nutzen immer mehr EDEKA-Einzelhändlerinnen und -Einzelhändler die Möglichkeit, unter dem Dach der DOSB-Partnerschaft lokale Aktivitäten mit Athleten aus ihrer Region umzusetzen.

Mit vier Athleten kreierte EDEKA im Sommer 2019 den Team-Deutschland-Riegel.

Auf gute Nachbarschaft!

Für EDEKA-Kaufleute ist es selbstverständlich, sich im Interesse des Gemeinwohls in ihrer Nachbarschaft zu engagieren – zum Beispiel für Kitas und Schulen, soziale Einrichtungen und örtliche Vereine. Auch als Partner der nebenan.de-Stiftung engagiert sich EDEKA für lebendige Nachbarschaften in Deutschland. In diesem Rahmen förderte EDEKA auch den „Tag der Nachbarn“, an dem Menschen im ganzen Land lokale Feste feiern mit dem Ziel, den nachbarschaftlichen Austausch zu verbessern und zu stärken. Deutschlandweit kamen so am Tag der Nachbarn im Mai 2019 insgesamt 2.767 Feste zusammen – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Perspektiven schaffen

Das Rückgrat des genossenschaftlichen Verbunds sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bei EDEKA im Markt, in der Regionalgesellschaft oder der EDEKA-Zentrale. Nur mit ihnen kann der EDEKA-Verbund sein Qualitätsversprechen halten und im intensiven Wettbewerb bestehen. Auf vielfältige Weise investiert der Verbund in den Nachwuchs – von der Ausbildung über praxisnahe Fortbildungsangebote und berufsbegleitende Studiengänge bis hin zur Existenzgründung mit eigenem Markt. Seit vielen Jahren zählt der EDEKA-Verbund zu den größten Ausbildern Deutschlands. 2019 starteten rund 7.600 Schulabgänger in ihr erstes Ausbildungsjahr, insgesamt absolvierten 18.300 junge Menschen ihre Ausbildung bei EDEKA oder Netto Marken-Discount. Das Angebot umfasst 33 unterschiedliche Berufsbilder und 21 Duale Studiengänge – vom „Frischespezialisten“ bis hin zum „Kaufmann im e-Commerce“.

Der EDEKA-Verbund steht für Vielfalt – auch nach innen. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern Engagement, soziale Kompetenz und die Lust auf Bildung. In diesem Sinne unterstützt der EDEKA-Verbund bereits seit 2012 als Partner der Deutschlandstiftung Integration das Stipendienprogramm GEH DEINEN WEG. Hier werden junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ermutigt, Initiative zu ergreifen und mit kreativen Ideen Verantwortung zu übernehmen. Sie erhalten Seminarangebote sowie individuelle Coachings, darüber hinaus stehen ihnen über einen Zeitraum von zwei Jahren erfahrene Mentoren zur Seite. EDEKA und Netto vergaben auch 2019 wieder zehn Stipendienplätze an Nachwuchskräfte, parallel engagierten sich 20 Kaufleute sowie Führungskräfte als Mentoren.

Zahlreiche selbstständige Kaufleute, Regionalgesellschaften und die EDEKA-Zentrale engagieren sich aktiv für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen. Um ihnen eine langfristige Perspektive zu geben, bieten EDEKA-Kaufleute jährlich Praktika, Ausbildungsplätze und Anstellungen an. Ein gutes Beispiel ist das Hamburger Projekt „Geflüchtete junge Menschen in Ausbildung bei EDEKA“: Basis ist ein Netzwerk aus engagierten Kaufleuten, der Regionalgesellschaft EDEKA Nord, der EDEKA-Zentrale mit ihren Logistikstandorten sowie dem Berufsbildungswerk Hamburg (BBW). Insgesamt 49 jungen Geflüchteten konnte hier bislang ein Ausbildungsplatz vermittelt werden – als Verkäufer, Fachlagerist, Kaufmann Büromanagement oder Groß- und Außenhandel, Fachinformatiker Systemintegration oder Koch.

Welcome Day bei EDEKA

Ein besonderes Anliegen: Der EDEKA-Verbund unterstützt Kaufleute in ganz Deutschland, um geflüchteten Menschen die Chance zu bieten, beruflich Fuß zu fassen. In zahlreichen lokalen Initiativen (wie hier in der EDEKA-Zentrale in Hamburg) erhalten junge Menschen Gelegenheit, sich mit unseren Mitarbeitern und Azubis auszutauschen.

Wegbereiter für Land und Leute

Phanthipha Chiamchamratrot ist Stipendiatin im Programm GEH DEINEN WEG der Deutschlandstiftung Integration. Die gebürtige Thailänderin arbeitet in der Personalabteilung von EDEKA Südwest. Mit ihrer Mentorin Carina Andersohn, verantwortlich für Diversity Management bei EDEKA Minden-Hannover, bildet sie ein regionsübergreifendes Team.

Grenzen überwinden