Neue Wachstumsfelder im Handel

Der EDEKA-Verbund hat sein Wachstum im deutschen Lebensmitteleinzelhandel auch im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt und seine führende Marktposition gefestigt. Besonders im klassischen Kerngeschäftsfeld, dem von selbstständigen Kaufleuten betriebenen Vollsortiment mit Super- und Verbrauchermärkten, stellte das EDEKA-Modell erneut seine Stärke unter Beweis.

EDEKA-Kaufleute treiben den Markt

Laut einer aktuellen Marktstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind die Food-Vollsortimenter die Gewinner des Jahres 2019 und legten im Vergleich der Vertriebsformate mit rund drei Prozent deutlich stärker zu als der Discount. Entscheidender Grund: Infolge der guten Konjunkturlage und der hohen Beschäftigungsrate greifen viele Verbraucher immer häufiger zu höherwertigen Produkten. Die Kunden verlangten inzwischen „neben akzeptablen Preisen auch eine angenehme Einkaufsatmosphäre und ein attraktives Angebot an ökologisch nachhaltigen Produkten“, so die Marktforscher.

Von diesem Trend zum „Trading up“ profitierten auch die Super- und Verbrauchermärkte im EDEKA-Verbund. Sie werden in der großen Mehrheit von rund 3.700 selbstständigen EDEKA-Kaufleuten geführt. Zusammengenommen erzielten die Unternehmer 2019 einen nominalen Umsatz in Höhe von 29,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 5,2 Prozent – ein Spitzenwert, der die Branchenentwicklung noch einmal deutlich übertrifft.

Damit bleiben die Kaufleute auch weiterhin die Umsatztreiber im EDEKA-Verbund. Mehr als jeder zweite Euro im Verbund wird heute bereits im selbstständigen Einzelhandel erwirtschaftet. Auf vergleichbarer Fläche erreichten die Kaufleute ein Plus von 3,1 Prozent. Entscheidende Erfolgsfaktoren: ihr individueller Marktauftritt, ihre ausgeprägte Kundennähe sowie die alle Warengruppen umfassende Lebensmittel- und Beratungskompetenz.

Die 3.700 EDEKA-Unternehmer sind eindeutig der Wachstumsmotor innerhalb des EDEKA-Verbunds

Geschäftsfelder im Lebensmittelhandel

Auch Netto Marken-Discount behauptete sich einmal mehr im umkämpften Discount-Wettbewerb. Um den Kaufleuten zusätzlichen Spielraum für die Weiterentwicklung ihres lokalen Geschäfts zu verschaffen, hat EDEKA 2019 ihr Engagement im Fachhandel mit neuen stationären Formaten ausgebaut. Auch im Online-Handel sowie im Außer-Haus-Geschäft wurden die Weichen auf weiteres Wachstum gestellt.

Differenzierter Vertrieb: EDEKA nutzt unterschiedliche Formate für eine optimale Versorgung der Verbraucher

Auch die sieben EDEKA-Großhandlungen betreiben Vollsortimentsmärkte in eigener Regie – immer unter Maßgabe des genossenschaftlichen Auftrags, jeden Standort nach Möglichkeit an Unternehmer zu übertragen. Im Einklang mit dieser Strategie erzielten die Regiebetriebe 2019 einen Umsatz in Höhe von 8,6 Milliarden Euro – also plangemäß leicht unter dem Niveau des Vorjahrs. Gleiches gilt auch für die in Regie betriebenen Marktkauf-SB-Warenhäuser. Seit der Übertragung der 186 Großflächen an die Regionalgesellschaften wurden mittlerweile 35 Standorte privatisiert und 33 auf E-Center in Regie umgestellt.

Wie gut das EDEKA-Vollsortimentsmodell funktioniert, zeigt auch das Beispiel der Anfang 2017 von Kaiser’s Tengelmann übernommenen Märkte. Sie wurden erfolgreich in die Vertriebsstrukturen der Großhandlungen EDEKA Minden-Hannover, EDEKA Rhein-Ruhr und EDEKA Südbayern sowie von Netto Marken-Discount integriert und entwickeln sich seither mit zweistelligen Wachstumsraten.

Um das Unternehmertum in den eigenen Reihen kontinuierlich zu stärken, übergaben die EDEKA-Großhandlungen 2019 insgesamt 52 unter eigener Regie geführte Märkte in die Hände selbstständiger Kaufleute, davon 18 an Existenzgründer. Insgesamt machten im Jahresverlauf 82 Jungunternehmer mit EDEKA den Schritt in die Selbstständigkeit. Allein in den vergangenen fünf Jahren summierte sich ihre Zahl auf rund 1.000 Existenzgründungen. Um das Startrisiko so gering wie möglich zu halten, wird jeder Gründer mit einem individuell zugeschnittenen Dienstleistungspaket unterstützt – von Standortanalysen über attraktive Finanzierungsmodelle der EDEKABANK, eine bedarfsgerechte Lebensmittellogistik und wettbewerbsfähige Einkaufskonditionen bis hin zu vielfältigen regionalen Beratungsleistungen.

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Existenzgründer
Gemeinsam etwas unternehmen

EDEKAner sind Wegbereiter: Wie man als Existenzgründer vom Erfahrungsschatz eines etablierten Unternehmers profitiert, zeigt dieses Beispiel aus dem westfälischen Geseke.

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Netto investiert in attraktive Flächen

Der Marktanteil des Lebensmittel-Discount-Geschäfts liegt in Deutschland seit Jahren stabil bei über 40 Prozent. Wie die Marktforschungsdaten der GfK zeigen, entwickelten sich die Discounter im Jahr 2019 mit 0,9 Prozent Umsatzwachstum aber deutlich schwächer als die Vollsortimenter. Dazu trugen vor allem gehobene Ansprüche der Verbraucher an Einkaufsatmosphäre und Sortimentsvielfalt bei, die von den Super- und Verbrauchermärkten in der Regel stärker bedient werden konnten. In diesem angespannten Wettbewerbsumfeld behauptete sich Netto Marken-Discount mit einem nominalen Wachstum von 1,2 Prozent auf 13,5 Milliarden und konnte auch auf vergleichbarer Fläche seine Erlöse auf einem soliden Niveau halten. Im Jahresverlauf eröffnete Netto Marken-Discount insgesamt 105 neue Filialen und verzeichnet nun insgesamt 4.273 Standorte.

Damit gehört die EDEKA-Tochter weiterhin zu den am stärksten expandierenden Handelsunternehmen. Bei allen Neueröffnungen sind mittlerweile deutlich größere Verkaufsflächen als noch vor einigen Jahren zu verzeichnen. Hinzu kamen zahlreiche Erweiterungen bestehender Flächen, so dass Netto seine Gesamtverkaufsfläche 2019 auf insgesamt 3,3 Millionen Quadratmeter steigerte. Rund 190 Filialen werden als City-Discountmärkte betrieben. Sie bieten ein kompaktes Sortiment, das sich als Nahversorger versteht, Obst- und Gemüse sowie gekühlte Molkereiprodukte in den Vordergrund stellt und somit dem nachbarschaftsnahen und schnellen Einkauf der Verbraucher Rechnung trägt.

Hohe Schlagzahl

Im Fokus der Investitionen von Netto Marken-Discount stand, wie schon im Jahr zuvor, nicht nur die Erschließung neuer Standorte, sondern vor allem auch die qualitative Aufwertung bestehender Verkaufsflächen. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit 664 Filialen modernisiert. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Frischebereichen: Bei jeder Neueröffnung und Filialmodernisierung werden die Flächen für Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, gekühlte Produkte und Convenience sowie auch für regionale Getränke stetig ausgeweitet. Gezielt testet Netto auch innovative Services – etwa mit Selbstbedienungskassen, an denen die Kunden eigenständig Produkte scannen und bezahlen können. Seit Beginn der Pilotphase werden solche Expresskassen bereits in rund 30 Städten eingesetzt.

Konsequente Modernisierung und Erschließung neuer Standorte: Zahlen & Fakten zum Netto-Filialnetz 2019

Neue Konzepte für den Fachhandel

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Fachhändler für spezielle Sortimente des täglichen Bedarfs fest in Deutschland etabliert. Laut Marktanalyse der GfK verzeichneten Drogeriemärkte 2019 ein starkes Umsatzplus von 4,6 Prozent. Auch Bio-Supermärkte profitieren vom seit Jahren anhaltenden Bio-Boom – insbesondere in den Großstädten. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass auch der EDEKA-Verbund sein Engagement im Fachhandel verstärkt. 2019 war das Jahr, in dem der Verbund gleich mit zwei neuen, auf die selbstständigen Kaufleute zugeschnittenen Marktformaten in die Offensive ging. So eröffnete die EDEKA-Großhandlung Minden-Hannover im Januar 2019 den ersten BUDNI-Drogeriemarkt unter EDEKA-Regie in Bremerhaven.

Im Jahresverlauf folgten acht weitere Standorte in den Regionen Minden-Hannover, Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Südwest. Vier dieser Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt – ein Modell mit Zukunft. Um die Wettbewerbsfähigkeit des BUDNI-Einzelhandels zu stärken, werden Schritt für Schritt auch alle vorgelagerten Strukturen wie Logistik, Einkauf, Eigenmarken- Entwicklung oder Marketing optimiert und stärker mit den Prozessen der EDEKA-Zentrale verzahnt.

Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist ungebrochen. Laut GfK erzielten Bioprodukte 2019 ein Umsatzplus zum Vorjahr in Höhe von 16,6 Prozent. Gleichzeitig möchten immer mehr bio-affine Verbraucher ihren Bedarf bewusst im Fachmarkt decken. Damit die EDEKA-Kaufleute auch den Bedürfnissen dieser Kunden gerecht werden können, hat der Verbund das neue Format NATURKIND entwickelt – den „Markt für bewussten Genuss“.

Fachhandel im Aufwind: Umsatzentwicklung im Gesamtmarkt 2000 vs. 2018

Bewusster Genuss

Im Oktober 2019 eröffneten zwei Kaufleute zeitgleich die ersten beiden NATURKIND-Fachmärkte in Hamburg-Altona sowie im fränkischen Dinkelsbühl. NATURKIND steht für 100 Prozent Bio: Hier finden sich Produkte bekannter Bio-Marken und Anbauverbände gleichberechtigt neben Lebensmitteln aus regionaler und lokaler Erzeugung. Frische-Sortimente wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Käse in Bedientheken bilden dabei das Herzstück. Zertifizierte Nonfood-Artikel sowie ein Sortiment zeitgemäßer Naturkosmetik runden das Angebot ab.


Wir lieben Bio: ein klares Bekenntnis zu ökologisch erzeugten Lebensmitteln

Dass das EDEKA-Modell des selbstständigen Einzelhandels auch im Fachhandel funktioniert, hat sich auch im Segment der Getränke-Abholmärkte bereits bestätigt. So haben beispielsweise die „trinkgut“-Märkte in der Region EDEKA Rhein-Ruhr, von denen mittlerweile mehr als 220 Standorte selbstständig betrieben werden, auch im Jahr 2019 weiter an Umsatzschwung gewonnen.


Online-Handel: Wettbewerb der Ideen

Mit einem Gesamtvolumen von knapp zwei Milliarden Euro – das entspricht rund ein Prozent Marktanteil – ist der Online-Handel mit frischen Lebensmitteln zwar noch ein kleines Spielfeld in Deutschland. Doch die Wachstumsraten sind zweistellig, und immer mehr Kunden nutzen die entsprechenden Angebote. Auch der EDEKA-Verbund setzt auf Multi-Channeling: Insbesondere auf regionaler Ebene fördert der Verbund den dynamischen Wettbewerb der Ideen, um das stationäre Kerngeschäft sinnvoll mit web-basierten Lieferdiensten oder Abholstationen zu ergänzen. Zahlreiche selbstständige EDEKA-Kaufleute bieten ihren Kunden vor Ort bereits seit langem an, Lebensmittel nach Hause zu liefern. Um diesen Service in die digitale Welt zu transformieren, haben die Zentrale und der Großhandel eine gemeinsame IT-Plattform entwickelt und im Juli 2019 in einer aktualisierten Version bereitgestellt. Interessierte Kaufleute haben die Möglichkeit, sich aufzuschalten – und profitieren somit von deutlich reduzierten Aufwänden und gesteigerter Effizienz für ihre lokalen Online-Shops. Aber auch im reinen Online-Handel mit eigener logistischer Infrastruktur verstärkte der EDEKA-Verbund sein Engagement: Zum einen mit dem Online-Supermarkt Bringmeister, der sich auf die Metropolen Berlin und München fokussiert.


28.10
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Die Tochter der EDEKA ZENTRALE investierte auch 2019 weiter in die kontinuierliche Optimierung ihrer Sortimente und Services. Zum anderen mit dem niederländischen Online-Händler Picnic, an dem EDEKA Rhein-Ruhr als Gesellschafter und Großhändler beteiligt ist. Hier können die Kunden bequem via Smartphone aus einem Sortiment von rund 10.000 Produkten wählen – darunter bekannte Marken und Eigenmarken ebenso wie frische Lebensmittel aus der Region. Jede Bestellung wird gratis aus derzeit zehn regionalen Logistik-Hubs ausgeliefert – mit umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen zu festen Zeiten mit intelligenter Streckenplanung. Das „Milchmann“-Prinzip kommt bei den Verbrauchern an, was sich in hohen Kundenbindungsraten widerspiegelt.

Bündelung der Kräfte

Immer mehr Menschen in Deutschland essen häufiger außer Haus – sei es in Kantinen, Restaurants oder unterwegs. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts GfK auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamts sind die Ausgaben für den Außer-Haus-Konsum allein 2019 um rund fünf Prozent gestiegen. Auch der EDEKA-Verbund hat diese Entwicklung erkannt und die Weichen gestellt, um zukünftig noch stärker an diesem Wachstumsfeld zu partizipieren. Bereits 2018 wurde das C+C-Geschäft dreier EDEKA-Großhandlungen (Minden-Hannover, Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Südwest) sowie der EDEKA-Zentrale gebündelt und im bundesweit agierenden Unternehmen EDEKA Foodservice neu aufgestellt.

Großverbraucher profitieren

Einen wichtigen Schritt machte EDEKA Foodservice im Januar 2019 mit der Übernahme des Großhändlers Handelshof – beide Unternehmen ergänzen sich mit Blick auf ihre Sortimentskompetenzen und ihre regionale Marktpräsenz perfekt. Im Jahresverlauf wurden alle 16 Handelshof-C+C-Märkte in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern sowie im Großraum Hamburg in die Vertriebsstrukturen des EDEKA Foodservice integriert. Insgesamt verfügt der Großhändler nun über bundesweit 90 C+C-Märkte. Neben dem Abholgeschäft liegt der Fokus auf dem Ausbau des wachstumsstarken Zustellgeschäfts, das unter Einsatz von aktuell 570 Mehrkammerfahrzeugen aus vier Hauptlager- und 17 Umschlagspunkten betrieben wird.

EDEKA Foodservice im Einsatz