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Wachstumsfelder

Grenzenlos denken und handeln

Als Genossenschaft ist EDEKA traditionell in Deutschland verwurzelt. Umso wichtiger ist die gezielte Zusammenarbeit mit Handelspartnern im europäischen Ausland, sei es durch Gemeinschaftsunternehmen oder Allianzen. Mit der Gründung von Everest und Epic Partners hat sich der EDEKA-Verbund in den vergangenen beiden Jahren international zukunftsfähig aufgestellt – sie bilden zwei neue strategische Speerspitzen im Wettbewerb.

Im Warengeschäft zu neuen Gipfeln

Bereits im Jahr 2020 gründete EDEKA mit Picnic das Gemeinschaftsunternehmen Everest mit Sitz in Amsterdam. Seine Aufgaben liegen vor allem in der Durchführung von Jahresgesprächen mit internationalen Markenartiklern, dem Einkauf von Obst und Gemüse und der Weiterentwicklung des Eigenmarkengeschäfts. Die Zusammenarbeit von EDEKA mit dem aufstrebenden Online-Spezialisten Picnic ermöglicht es beiden Partnern, von den jeweiligen Stärken des anderen zu profitieren. Steigende Umsatzvolumina tragen dazu bei, Kostenstrukturen zu optimieren – das schafft auch Vorteile für die selbstständigen Kaufleute im EDEKA-Verbund.

Die Bündelung der Kräfte macht Everest zum attraktiven Ansprechpartner für die Lebensmittelindustrie: Interessierten Herstellern eröffnet sich die Chance, ihre Produkte über zusätzliche Absatzkanäle zu vermarkten, neue Kund:innen zu gewinnen und neue Märkte in Europa zu erschließen. Bereits im Frühjahr 2021 wurden die ersten Arbeitsergebnisse und das hohe Arbeitstempo von Everest sichtbar: mit der neuen Eigenmarken-Range von Picnic, die rund 1.000 qualitativ und preislich attraktive Produkte umfasst.

Auf Augenhöhe verhandeln

Nicht nur die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigten Handel und Konsumverhalten im Jahr 2021. Auch die steigende Inflation trug zur Verschärfung der Lage bei. So erreichte die Inflationsrate in der Eurozone zum Jahresende ein Allzeithoch. Allein im Dezember 2021 stiegen die Verbraucherpreise um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit 1992 nicht mehr.

Ein vermeidbarer Preistreiber ist die Marktmacht der globalen Markenindustrie. Allein der EDEKA-Verbund wurde im Jahr 2021 mit Preiserhöhungsforderungen im oberen dreistelligen Millionenbereich konfrontiert. Nähere Überprüfungen zeigten, dass in vielen Fällen nicht gestiegene Kosten, sondern eher die Renditeerwartungen von Investoren den Ausschlag gaben

Daran zeigt sich ein grundsätzliches Problem: Die multi­nationalen Lieferanten der Konsumgüterindustrie verfügen nicht nur über eine Angebotsmacht, sondern auch über einen zunehmenden Konzentrationsgrad. Die Einseitigkeit in den Kräfteverhältnissen spiegelt sich unmittelbar in den Einkaufsverhandlungen mit nationalen Einzelhändlern wider. Unfaire Industriepraktiken – wie beispielsweise ungerechtfertigte Preiserhöhungsforderungen, Angebotsbeschränkungen oder Lieferstopps – führen dazu, dass Markenhersteller ihre Gewinnmargen nicht nur festigen, sondern sogar kontinuierlich ausbauen können. Allein zwischen 2016 und 2020 konnten die Top-50-Markenhersteller ihre durchschnittliche Gewinnmarge von 16,4 auf 18,7 Prozent steigern – zum Vergleich: Im Handel liegt die Marge in der Regel im unteren einstelligen Prozentbereich.

Als Reaktion auf dieses Ungleichgewicht gründete der EDEKA-Verbund im August 2021 gemeinsam mit vier führenden europäischen Unternehmen des Lebensmittelhandels die Organisation Epic Partners. Mit an Bord sind neben EDEKA die Unternehmen Migros (Schweiz), Jerónimo Martins (Portugal, Polen, Kolumbien), ICA (Schweden, Estland, Lettland, Litauen) und Picnic (Niederlande, Deutschland). Operativer Hauptsitz ist Genf, von hier werden die gemeinsamen Aktivitäten koordiniert. Aufgabe ist es, ergänzende internationale Dienstleistungen und vertriebliche Aktivitäten für alle beteiligten Partner zu verhandeln und vertraglich zu vereinbaren.

Die Gründung von Epic Partners ermöglicht es den Händlern, annähernd auf Augenhöhe mit den multinationalen Herstellern der Konsumgüterindustrie zu verhandeln. Damit dient die Epic Partners auch der Verbraucherwohlfahrt. Denn die Marktmacht der Industrie führt zu höheren Preisen, einer geringen Auswahl, weniger Innovationen und zur Verdrängung mittelständischer Hersteller. Das Verhandlungsgleichgewicht, das durch die Händlerorganisation geschaffen wird, gleicht diese Nach­teile aus und trägt dazu bei, dass Verbraucher:innen überall in Europa hochwertige Lebensmittel zu erschwinglichen und angemessenen Preisen erwerben können.

Drei Fragen an Gianluigi Ferrari

Wie unterscheiden sich Everest und Epic Partners?

So, wie EDEKA den Einkauf der sieben Regionen auf nationaler Ebene bündelt, geht Everest den nächsten Schritt: als internationales Einkaufsbüro mit Sitz in Amsterdam, in dem EDEKA und Picnic ihre Kräfte bündeln – alles unter der Verantwortung des nationalen EDEKA-Verhandlungsteams. Dagegen ersetzt Epic Partners die frühere Allianz AgeCore und verhandelt in Genf „On top“-Konditionen, also ergänzende inter­nationale Dienstleistungen und vertriebliche Aktivitäten.

Wer sind die sechs neuen Epic Partners?

Hoch motivierte und schnell wachsende Marktführer in ihren Ländern – erstmals auch im Osten Europas.

Wie profitieren die EDEKA-Kaufleute?

Everest und Epic Partners arbeiten für jede Region und jeden Einzelnen der Kaufleute. Im Vordergrund steht dabei nicht, möglichst hart zu verhandeln, sondern EDEKA-Interessen zu vertreten – und so die Zukunft des Verbunds und aller Kaufleute zu sichern.